Kreissportbund erkennt positive Signale

Der Kreissportbund Prignitz ist zuversichtlich, dass im Sport bald wieder etwas Normalität einzieht. Das betrifft auch die Wiederaufnahme von Wettkämpfen - vor allem für den Nachwuchs. Foto: Thomas Willmann

Der Kreissportbund Prignitz macht seinen Aktiven Mut: Der Prignitzer Sport startet durch, sagt der KSB und weist auf den Trainingsbeginn in vielen Sportarten und erste Veranstaltungen hin. Auch Lehrgänge sind in Planung.

Ein Beitrag von Oliver Knoll im Prignitzer vom 09.06.2021.

Die Tristesse weicht langsam der Hoffnung. „Ja, wir nutzen alles, was möglich ist. Es gibt am Wochenende wieder ein Schützenfest, in den Sommerferien sollen Sommerlager stattfinden, die Schwimmer dürfen bald wieder ins Wasser, in Pritzwalk hat Dieter Gawrisch für die Fechter ein Einzeltraining entwickelt, die Ringer beginnen jetzt auch wieder“, sagt Birka Eschrich. Die Geschäftsführerin des Kreissportbundes (KSB) Prignitz freut sich über die stetig steigende Wiederaufnahme der sportlichen Aktiven. Bleibt aber auch ein wenig vorsichtig: „Wir hoffen, wir können diesmal länger machen als nur bis Oktober.“

Seit März 2020 hat Corona auch den Prignitzer Sport fest im Griff. Mit kleinen Unterbrechungen. Doch seit Ende Oktober ging dann nichts mehr. Kein Training, kein Wettkampf, keine Vereinsfeste und Mitgliederversammlungen – wenn überhaupt – nur per Video-Konferenz. Was das im Endeffekt alles bewirkt hat, wird erst nach einer noch vorzunehmenden Bestandsaufnahme sichtbar werden. Doch jetzt herrscht Optimismus. „Der Prignitzer Sport startet durch“, erklärt Birka Eschrich.

Zwölf neue Übungsleiter in Corona-Zeiten ausgebildet

Ein wenig von dieser Aufbruchsstimmung schreibt sich der KSB, bei dem in diesem Jahr noch Vorstandswahlen anstehen, auf die Fahne. So zum Beispiel die Entwicklung von Hygienekonzepten gemeinsam mit den Vereinen. Oder das Einsetzen dafür, dass der Test von den Kindern morgens in der Schule auch am Nachmittag für das Training gilt. Und dazu gehört auch, dass während der Pandemie zwölf neue Übungsleiter den Trainer C-Lehrgang absolviert haben. Gleich sechs davon stammen von der Schützengilde Wittenberge. „Das war ein Lehrgang unter extrem besonderen Bedingungen. Videokonferenzen, Einzeltraining“, berichtet die KSB-Geschäftsführerin. Nach den Sommerferien soll es mit Lehrgängen zur Lizenzverlängerung, zum Kinderschutz und danach mit der nächsten Trainer C-Ausbildung weitergehen.

Auch die Talentiade, eine in mehreren Sportarten ausgetragene Sichtung in lockerer Wettkampfform, soll im Herbst noch veranstaltet werden. Noch offen ist dagegen ein anderes Thema. Das der Jubiläen. Mit dem Pankower SV Rot-Weiß, dem Putlitzer SV, Blau-Weiß Dannenwalde sowie der SG Gumtow feiern vier Vereine aus dem Kreis in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Zumindest der KSB hat von größeren Feierlichkeiten noch nichts gehört. „Dannenwalde hat mal wegen finanzieller Unterstützung angefragt“, teilt Birka Eschrich mit.

Fördermittel aus Goldenem Plan ausgeschöpft

Apropos Geld: „Die Fördermittel in Höhe von 490.000 Euro aus dem Goldenen Plan sind bis auf einen Rest von 15.000 ausgeschöpft. Wir hatten insgesamt ein Gesamtantragsvolumen von 1.100.000 Euro“, sagt die Geschäftsführerin. Den Zuschlag bekamen die Vorhaben des SV Quitzöbel (Mehrzweckgebäude am Sportplatz) und Empor/Grün-Rot Wittenberge (Ernst-Thälmann-Stadion). Aber Birka Eschrich glaubt, dass es demnächst weitere Förderprogramme und Fördertöpfe geben wird.

Vereine lassen sich Aktionen für Training zu Hause einfallen

Zum Abschluss ein Blick auf den Nachwuchs. Der hat, so KSB-Jugendkoordinator Tino Gerloff, die Pandemie bislang recht gut überstanden. „Nicht zuletzt, weil einige Vereine sich was einfallen lassen haben. Coole Aktionen wie Online-Training, zum Beispiel die Schwimmer“, erzählt er. Aber es gab auch schmerzliche Verluste, wie das Ende des Trainings bei den Nachwuchs-Leichtathleten des SC Hertha Karstädt. Deshalb möchte auch der Jugendkoordinator noch kein endgültiges Urteil abgeben. „Wir müssen erstmal sehen, wie viele kehren zurück ins Training und bleiben bei ihren Vereinen hängen“, sagt Tino Gerloff.